Prof. Dr. Dorothee Kimmich


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Lehrveranstaltungen:

WiSe 2009/2010:

Haupt-/Oberseminar

"Arthur Schnitzler"

"Schnitzler betrachtet seinen Helden, wie ein Mikrobenforscher einen Wassertropfen unters Mikroskop nimmt." (Politzer 1968) Die Konzeption seiner Werke gleicht einer Versuchsanordung, die eine Konstellation von Bedingungen entwirft, um deren Effekte im subjektiven Bewusstsein einer Figur zu studieren. Schnitzler versucht mithin, psychische Prozesse "künstlerisch zu zeigen, nicht kommentatorisch davon zu berichten" (Bahr 1981), indem er einen apersonalen "Protokollführer" neben dem Gehirn einsetzt. Das gleicht einem iliterarischen Vorstoß ins "Unbewußte", d.h. ist eine Darstellung von psychischen Vorgängen, die der Kenntnis des Subjekts selbst (noch) entzogen sind.

Schnitzlers Texte bieten eine Vielzahl ästhetischer Innovationen, die kulturgeschichtlich und literaturhistorisch hochinteressant sind.

Zeit: Di 12-14
Raum: Hörsaal Alte Archäologie
Voraussetzungen: Essay; Thema wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit, die am 1.4.2010 abgegeben sein muss.
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Eine genaue Literaturliste wird bei der Anmeldung vorgelegt.

 


Haupt-/Oberseminar

"Gottfried Keller"

"Der grüne Heinrich" ist  nicht nur ein "grüner" unerwachsener Junge, sondern zugleich auch ein schlechtes Abbild seines Vaters, also eigentlich gar nie wirklich jung. Die Kleidung ist väterliches Erbe, mit dem er nichts anzufangen weiß. Diese Kleider machen aus ihm gerade keinen Mann, weil er sie sich nicht anzuverwan­deln vermag. Er trägt sie wie eine fremde Hülle, geht achtlos und lieblos damit um. Dieser Geringschätzung korrespondiert die übertriebene Sorge und die fortwährende Produktion von Stoff, die seine Mutter betreibt. Beiden fehlt auf unterschiedliche Weise das Gefühl für den Umgang mit dem "Stofflichen", dem Sinnlichen, das Gespür für die ästhetische Qualität der Dinge:
Das kann man nun von den Texten Kellers selbst nicht sagen. Die manchmal harmlos wirkenden Texte sind oft abgründig, melancholisch, ja bösartig und nie simpel. Sie liefern einen Einblick in die Ästhetik des Realismus und zugleich einen kulturgeschichtlich sehr interessanten Fundus an Bildern, Motiven und Themen, wie sie das 19. Jahrhundert charakterisieren.

Zeit: Di 14-16
Raum: Hörsaal 4, Neue Aula
Anmeldung: Donnerstag, 12.2.2009, 10.30 Zimmer 316.
Voraussetzungen: Essay; Thema wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit, die am 1.4.2010 abgegeben sein muss.
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Eine genaue Literaturliste wird bei der Anmeldung vorgelegt.

 


Haupt-/Oberseminar

 "Heimat" in Literatur und Film (19. und 20. Jahrhundert)

"Heimat“ scheint ein antiquierter Begriff im Zeitalter von Globalisierung und Migration. Das täuscht: Gerade im Zusammenhang von Migration, Literatur und Kultur ist wieder die Rede von Heimat und ihren neuen Funktionen bzw. Bedeutungen.
Dabei ist Heimat nicht mehr nur mit bestimmten Orten und Landschaften verbunden, sondern vielmehr auch an Sprache, kulturelle Praktiken, an Lebensformen in der Diaspora oder auch nur an „Dinge“ gebunden.
Ausgehend von Texten des 19. Jahrhunderts, die unsere Vorstellung von Heimat geprägt haben, werden wir dem Thema folgend Texte aus der Exilliteratur, aber auch zeitgenössische Texte lesen. Es handelt sich dabei vor allem um Novellen und Romane von Theodor Fontane, Adalbert Stifter, Theodor Storm, L. Ganghofer, Stefan Zweig, Franz Werfel, Walter Benjamin, Hubert Fichte, Norbert Gstrein, Herbert Achternbusch, Thomas Bernhard, Herta Müller, E.S. Özdamar, Feridun Zaimoglu, bzw. um die Filme von Edgar Reiz u.a.

Zeit: Mi 14:15 - 16:45
Raum: Hörsaal 5, Neue Aula
Voraussetzungen: Essay; Thema wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit, die am 1.4.2010 abgegeben sein muss.
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Eine genaue Literaturliste wird bei der Anmeldung vorgelegt.

 


Ringvorlesung

"Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft"

Die Vorlesung "Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft" ist eine Ringvorlesung, in der Grundwissen, Probleme und Methoden der Literaturwissenschaft vermittelt werden. Die Vorlesung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studiengänge, die begleitend zum Proseminar I der NDL besucht werden muss, und schließt mit einer Klausur am Semesterende ab. Das detaillierte Programm der Vorlesung wird per Aushang angekündigt. Die Abschlussklausur findet am 13.02.2010 statt.

Zeit: Mi 14-16
Raum: Kupferbau Hörsaal 21

http://www.germ.uni-tuebingen.de/abteilungen/literaturwissenschaft/downloads/Ringvorlesung_WS_09-10.pdf

 


SoSe2009:

Haupt-/Oberseminar

„Heimat" in Literatur und Film (19. und 20. Jahrhundert)

„Heimat“ scheint ein antiquierter Begriff im Zeitalter von Globalisierung und Migration. Das täuscht: Gerade im Zusammenhang von Migration, Literatur und Kultur ist wieder die Rede von Heimat und ihren neuen Funktionen bzw. Bedeutungen.
Dabei ist Heimat nicht mehr nur mit bestimmten Orten und Landschaften verbunden, sondern vielmehr auch an Sprache, kulturelle Praktiken, an Lebensformen in der Diaspora oder auch nur an „Dinge“ gebunden.
Ausgehend von Texten des 19. Jahrhunderts, die unsere Vorstellung von Heimat geprägt haben, werden wir dem Thema folgend Texte aus der Exilliteratur, aber auch zeitgenössische Texte lesen. Es handelt sich dabei vor allem um Novellen und Romane von Theodor Fontane, Adalbert Stifter, Theodor Storm, L. Ganghofer, Stefan Zweig, Franz Werfel, Walter Benjamin, Hubert Fichte, Norbert Gstrein, Herbert Achternbusch, Thomas Bernhard, Herta Müller, E.S. Özdamer, Feridun Zaimoglu, bzw. um die Filme von Edgar Reiz u.a.

Zeit: Mi 14-17
Raum: 032
Anmeldung: Donnerstag, 12.2.2009, 10.30 Zimmer 316.
Voraussetzungen: Essay; Thema wird bei der Anmeldung bekannt gegeben.
Leistungsnachweis: Hausarbeit oder Klausur
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Eine genaue Literaturliste wird bei der Anmeldung vorgelegt.


Haupt-/Oberseminar

Foucault als Kulturtheoretiker

Da die Nachfrage im vergangenen Semester so groß war, habe ich mich entschieden, im Sommersemester 2009 das Seminar „Foucault als Kulturtheoretiker“ noch einmal anzubieten. Es werden ähnliche Themen und Texte bearbeitet; es handelt sich also nicht um eine sinnvolle Fortsetzung des Seminars vom WS!
Trotz umfassender Forschung und allgemeiner Präsenz in vielen methodischen und theoretischen Konzepten unterschiedlicher Disziplinen ist Michel Foucault immer noch ein umstrittener Autor. Seine Thesen sind auch 40 Jahre nach der Publikation noch in der Lage zu provozieren. Foucaults Machtbegriff, seine Verwendung und Prägung des Begriffs „Diskurs“, sein Autorkonzept, seine verschiedenen Formen von Subjektkritik und Subjektkonstitution, seine Historismuskritik und sein Geschichtsmodell haben weitreichende Diskussionen ausgelöst. Aber auch sein politisches Engagement ist Teil seiner kulturkritischen Haltung und gehört damit zu dem, was man als seine „Kulturtheorie“ in einem umfassenden Sinne bezeichnen könnte. 

Eine genaue Liste der Themen wird bei der Anmeldung ausgegeben.

Zeit: Di 10-12
Raum:
Anmeldung: Donnerstag, 12.02.2009, 10 Uhr, Zimmer 316
Voraussetzungen: Teilnahmevoraussetzung ist ein Essay (1 bis 2 Seiten)
Leistungsnachweis: Klausur oder Hauserbeit
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Überwachen und Strafen, Wahnsinn und Gesellschaft, die Archäologie des Wissens; Sexualität und Wahrheit Bd. 1-3; Auszüge aus Schriften, Bd. 1 und 2;
Didier Eribon, Michel Foucault. Eine Biographie, Frankfurt 1991.


Haupt-/Oberseminar

Hubert Fichte

Ich fraß diesen Sommer mit großem Appetit das Werk des großen Hamburger Heimatschriftstellers Hubert Fichte… : endlich ein deutscher Nachkriegsschriftsteller für mich. Der alles richtig gemacht hat." So kommentiert Diedrich Diederichsen (1993) seinen Leseeindruck von Fichtes „Palette“. Fichte (1935-1986) ist trotz seiner viel beachteten Werke kein wirklich „kanonischer“ Autor geworden. Alle Werke haben autobiographischen oder dokumentarischen Charakter, gelten in den 60er und 70 Jahren als skandalös und sind eher im Bereich „Reiseliteratur“ als im Bereich der Belletrikstik rezipiert worden. Fichte ist einer der ersten, die in Deutschland Literatur als Ethnologie der eigenen Kultur betreiben. Daher ist es nicht falsch, ihn als einen bedeutenden „Heimatschriftsteller“ zu bezeichnen. Zugleich sind seine Reiseberichte, seine Fotodokumentationen und die autobiographische Darstellung seines coming out Stil prägend gewesen.  
 
Literatur zur Einführung:
Beckermann, Thomas (Hrsg.): Hubert Fichte - Materialien zu Leben und Werk. Frankfurt/M., Fischer 1985; Böhme, Hartmut / Tiling, Nikolaus (Hrsg.): Leben, um eine Form der Darstellung zu erreichen. Studien zum Werk Hubert Fichtes. Frankfurt/M., Fischer 1991; Böhme, Hartmut / Tiling, Nikolaus (Hrsg.): Medium und Maske. Die Literatur Hubert Fichtes zwischen den Kulturen. Stuttgart, M & P Verlag für Wissenschaft und Forschung 1995; Böhme, Hartmut: Hubert Fichte. Riten des Autors und Leben der Literatur. Stuttgart, Metzler 1992; Braun, Peter / Weinberg, Manfred: Ethno/Graphie. Reiseformen des Wissens. Tübingen, Gunter Narr 2002; Braun, Peter: Die doppelte Dokumentation. Fotografie und Literatur im Werk von Leonore Mau und Hubert Fichte. Stuttgart, Metzler 1997; Kamath, Rekha: "Schichten statt Geschichten". Selbst- und Fremderforschung bei Hubert Fichte. Bielefeld, Aisthesis 1993; Weinberg, Manfred: Akut. Geschichte. Struktur. Hubert Fichtes Suche nach der verlorenen Sprache einer poetischen Welterfahrung. Bielefeld, Aisthesis 1993;Röggla, Kathrin: Ein Anmaßungskatalog für Herrn Fichte. In: Kultur & Gespenster 1 (2006).

Zeit: Di 14-16
Raum: 033
Anmeldung: Donnerstag 12.2., 11 Uhr, Zimmer 316
Voraussetzungen: Teilnahmevoraussetzung ist ein Essay (1 bis 2 Seiten) (Thema wird bei der Anmeldung bekanntgegeben)
Leistungsnachweis: Klausur oder Hauserbeit
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Eine genaue Liste der zu lesenden Werke wird bei der Anmeldung ausgegeben.


WiSe 2008/2009:

Vorlesung

Die Moderne: Literatur und Kultur

Die Vorlesung bietet eine Einführung in die „Moderne um 1900“, beginnend mit dem Naturalismus (Zola, Strindberg). Neben der Literatur der „Wiener Moderne“ (z. B. Hofmannsthal, Ein Brief) werden auch philosophische und kulturgeschichtliche Entwicklungen berücksichtigt (Ernst Mach; Sigmund Freud); ebenso werden mediengeschichtliche (Geschichte von Kino und Film) und sozialgeschichtliche Phänomene (Familiengeschichte, Entwicklung in den Großstädten, Mode, Sport) besprochen. Ein Reader wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

Zeit: Do 16-18
Anmeldung: keine
Leistungsnachweis: mündliche Prüfung
Credits: nach Prüfungsordnung



Haupt-/Oberseminar

Foucault als Kulturtheoretiker

Trotz umfassender Forschung und allgemeiner Präsenz in vielen methodischen und theoretischen Konzepten unterschiedlicher Disziplinen ist Michel Foucault immer noch ein umstrittener Autor. Seine Thesen sind auch 40 Jahre nach der Publikation noch in der Lage zu provozieren. Foucaults Machtbegriff, seine Verwendung und Prägung des Begriffs „Diskurs“, sein Autorkonzept, seine verschiedenen  Formen von Subjektkritik und Subjektkonstitution, seine Historismuskritik und sein Geschichtsmodell haben weitreichende Diskussionen ausgelöst. Aber auch sein politisches Engagement ist Teil seiner kulturkritischen Haltung und gehört damit zu dem, was man als seine „Kulturtheorie“ in einem umfassenden Sinne bezeichnen könnte.

Zeit: Di 10-12
Leistungsnachweis: Hausarbeit oder Klausur
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur: Überwachen und Strafen, Wahnsinn und Gesellschaft, die Archäologie des Wissens; Sexualität und Wahrheit Bd. 1-3; Auszüge aus Schriften, Bd. 1 und 2;
Didier Eribon, Michel Foucault. Eine Biographie, Frankfurt 1991.


SoSe 2008:

Vorlesung

Migration in Deutschland: Literatur und Film

Weltliteratur ist nicht nur eine Frage der Bewegung und Verbreitung von Texten, sondern auch eine der Bewegung und Migration von Personen, von AutorInnen und Autoren. Die Auflösung einer strengen Zuordnung von Texten zu einer territorial bestimmten Nationalliteratur ist längst selbstvertständlich geworden. Daher gilt es nun Texte nach anderen Kriterien zu erfassen, zu ordnen und zu diskutieren. In der Vorlesung werden daher nicht nur einzelne Autoren wie Salman Rushdie, Naipaul, Zaimoglu, Herta Müller oder Yoko Tawada besprochen und vorgestellt, sondern literaturtheoretische Fragen erörtert und die Herausforderungen duch die neuen Entwicklungen diskutiert.

Zeit: Di 16-18
Anmeldung: keine
Leistungsnachweis: mündliche Prüfung
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur:

Zur Einführung: Literatur und Migration (Text und Kritik), München 2006

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
M.A. Internationale Literaturen / Internationalität der Literaturen / Vorlesung: Schlüsseltexte der Weltliteratur VI
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt IV: Literatur und Interkulturalität / Vorlesungen
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Vorlesungen
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Vorlesungen
M.A. Medienwissenschaft / Bereich I: Grundlagen der Medienwissenschaft / Vorlesung Medienkultur
M.A. Medienwissenschaft / Bereich I: Grundlagen der Medienwissenschaft / Vorlesung Cultural Studies
Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft


Haupt-/Oberseminar

Literatur und/als Ethnologie

Literatur und/als Ethnologie bezieht nicht nur literarische Texte von Montaigne bis Hubert Fichte ein, sondern es sollen auch eine Reihe einschlägiger theoretischer Texte gelesen werden. Darunter Werke von Claude Levi-Strauss, von Clifford Geertz, von Fritz Kramer, von L. Levi-Bruehl und von Karl-Heinz Kohl.
Nben den frühen Beipielen für einen Blick des Fremden auf die eigene Kultur, wie sie etwa in den stilbildenden Lettres persannes von Montaigne vorliegen, sollen vor allem Texte, die Erfahrungen mit dem Exotischen, dem Fremden oder dem vermeintlich Bekannten vorführen, gelesen werden. (Hubert Fichte, Xango; Peter handke, Versuch über den geglückten Tag; Robert Müller, Tropen u.a.)

Zeit: Mi 14-16
Anmeldung: 13.2. 13. Zi 316
Leistungsnachweis: Hausarbeit/Klausur; Referat
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur:

zur Einführung: Clifford Geertz, Dichte Beschreibung, Frankfurt 1983

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar Neuere und neueste deutschen Literatur (18.-21. Jh.)
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik I
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt IV: Literatur und Interkulturalität / Spezialisierungsmodul IV: Oberseminar zu Literatur und Interkulturalität
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt IV: Literatur und Interkulturalität / Oberseminare
Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft



Haupt-/Oberseminar

Migration in Deutschland: Literatur und Film

„Die Zukunft der französischen Literatur liegt in den Händen der maghrebinischen Autoren, die Zukunft der englischen in jenen von Pakistanis und Indern und die der deutschen Literatur in den Händen von Türken.“ So formulierte der spanische Autor Juan Goytisolo in einer Rezension von Emine Sevgi Özdamars Roman „Das Leben ist eine Karawanserei“ und er fügt hinzu, aus dem Spaß mit der Migrantenliteratur sei jetzt Ernst geworden.
Die Vorstellung, dass Literatur und Kultur auf eine ethnische und territorial geschlossene Einheit bezogen sind, ist nicht mehr aktuell. Das ist nicht vollkommen überraschend, denn schließlich hat es - auch und gerade in der deutschen Literatur - schon immer Autoren gegeben, die in der Fremde geschrieben haben, die im Exil, in der Ferne, im Ausland auf Reisen oder in der Verbannung ihre Werke verfaßten; oder auch von Verbannung, Vertreibung, Auswanderung und Exil erzählen.

Zeit: Di 12 - 14 c.t.
Raum: 032
Anmeldung: 13.2.2008, Zi 316, 12.30 Uhr
Leistungsnachweis: Hausarbeit/Klausur; Referat
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur:

Werke von Herta Müller, Sevhi Özdamar, Yoko Tawada, Feridun Zaimoglu, Ilija Trojanow, Dimitre Dinev u.a. Filme von Fatih Akin u.a.
Sekundätliteratur zur Einführung: Literatur und Migration. (Text und Kritik), München 2006

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar Neuere und neueste deutschen Literatur (18.-21. Jh.)
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
M.A. Internationale Literaturen / Internationalität der Literaturen / Oberseminar: Rezeptionsprozesse II
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Oberseminare
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Hauptseminare
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
M.A. Internationale Literaturen / Internationalität der Literaturen / Oberseminar: Rezeptionsprozesse I
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik I
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik II
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt IV: Literatur und Interkulturalität / Spezialisierungsmodul IV: Oberseminar zu Literatur und Interkulturalität
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt IV: Literatur und Interkulturalität / Hauptseminare
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt IV: Literatur und Interkulturalität / Oberseminare
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar: Fragen der Interkulturalität
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar Fragen der Intermedialität mit Klausur
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar Fragen der Intermedialität mit Hausarbeit
Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar zu Medienästhetik und Mediengeschichte


Haupt-/Oberseminar

Medientheorien der Nachkriegszeit

"Sucht man in neueren Positionen der Medientheorie nach einem gemeinsamen Horizont, so muss man in Medien nicht nur Verfahren zur Verarbeitung von Information, zur räumlichen und zeitlichen Übertragung von Daten erkennen. Sie gewinnen ihren Status... gerade daurch, dass sie das, was sie speichern und vermitteln, jeweils unter Bedingungen stellen, die sie selbt schaffen oder sind (Joseph Vogl, 2004) Medienwissenschaften und mit ihnen die Medientheorie verstehen sich als Grundlagenwissenschaften des 20. und 21. Jahrhunderts. Einige der wichtigsten Texte sollen gelesen und kritisch diskutiert werden, darunter Werke von M. McLuhan, P. Virilio, J. Baudrillard. V. Flusser, Enzensberger, A. Kluge und F. Kittler. Ein Reader wird zusammengestellt.

Zeit: Mo 14 - 16 c.t.
Raum: 033
Anmeldung: Mi 13.2., 12 Uhr Zi 316
Leistungsnachweis: Klausur oderHausarbeit, Referat
Credits: nach Prüfungsordnung

Literatur:

Rainer Leschke, Einführung in die Medientheorie, München 2003; H. Schanze (Hg.), Medientheorie/ Medienwissenschaft, Stuttgart 2002: Roesler, Stiegler(Hg.), Grundbegriffe der Medientheorie, München 2005.

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Hauptseminare
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar zu Medienästhetik und Mediengeschichte
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik I
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik II


WS 2007/2008

Vorlesung

Kulturtheorien der Nachkriegszeit

Die Vorlesung bietet einen Überblick über Konzepte und theoretische Modelle, die Kultur nicht nur definieren, sondern zugleich eine Anzahl an methodologischen Überlegungen und Instrumenten liefern, um kulturelle Phänonemne zu erfassen, zu deuten und zu analysieren. Es handelt sich dabei um Modelle, die meist aus der Ethnologie, der Soziologie, der Kulturgeschichte oder der Philososphie bzw. den Rand- und Zwischenbereichen dieser Fächer stammen. Es soll sich daher um einen Überblick handeln, der die notwendigen Grundlagen vermittelt, um die sogenannte \"kulturelle Wende\", den \"cultural turn\" in den Literaturwissenschaften zu verstehen.

Zeit: Do 16-18
Raum: 037
Beginn: 25.10.2007
Anmeldung: keine
Leistungsnachweis: je nach Prüfungsordung; mündliche Prüfung am Ende des Semesters
Sprechstunde: Mittwoch 14-15.

Literatur:

Georg Simmel; Sigmund Freud; Norbert Elias; T. W. Adorno; W. Benjamin; Michel Foucault, Clifford Geertz; Jan Assmann u. a. Die Literatur wird in einem Reader zu Verfügung gestellt.

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
B.A. Germanistik (HF/NF) / Aufbaumodul / Vorlesung Neuere Deutsche Literatur
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Vorlesungen
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt II: Wissenskulturen und Wissensgeschichte / Vorlesungen



Haupt-/Oberseminar

Alfred Polgar, Peter Altenberg und die Wiener Moderne

Die Literatur der Wiener Moderne steht exemplarisch für die verschiedenen Strömungen der literarischen Moderne in Europa überhaupt. Dabei werden meist die kanonischen Texte von Rilke, Hofmannsthal und Musil in der Vordergrund gerückt.
Autoren wie Peter Altenberg und Alfred Polgar, die in ihren Texten nicht nur die literarischen, sondern auch die medienhistorischen und politischen Veränderungen in der Moderne thematisieren, werden nicht selten nur am Rande erwähnt. Ihre Werke sollen in diesem Seminar als Zeugnisse der Moderne gelesen und im kulturhistorischen Kontext analysiert werden.

Zeit: Mo 11 - 13
Raum: 315
Beginn: 22.10.2007
Anmeldung: 11. Juli 14.30, Zi 316
Leistungsnachweis: Hausarbeit, Klausur.
Credits: entsprechend Prüfungsordnung
Sprechstunde: Mittwoch 14-15.

Literatur:

D. Kimmich, T. Wilke, Einführung in die Literatur der Jahrhundertwende, Darmstadt 2006.

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Literatur um 1900 / Expressionismus / Neue Sachlichkeit
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar Neuere und neueste deutschen Literatur (18.-21. Jh.)
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Hauptseminare
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Oberseminare
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte
Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik I
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar Einzelphilologie mit Klausur
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar Einzelphilologie mit Hausarbeit



Haupt-/Oberseminar

Der frühe Deutsche Film: Geschichte und Theorie

Die Erfindung des Films bzw. des Kinos bedeutete eine Revolution der visuellen Künste. Darüber hinaus wurde so eine Vielzahl ästhetsicher, aber auch psychologischer und sogar physiologischer Fragen neu gestellt. Das frühe deutsche Kino kann als theoretisches und praktisches Experiment verstanden werden, das die Grenzen und Möglichkeiten dieses neuen Mediums auslotet. Theorie und Praxis sind dabei nicht getrennt zu behandeln, sondern konstituieren ein gemeinsames Feld programmatischer Überlegungen. Daher werden in diesem Seminar neben einigen klassischen Filmen von Fritz Lang, F. W. Murnau und G. W. Pabst auch theoretische Texte u. a. von Siegfried Kracauer, Béla Bálazs, R. Arnheim, Sergei Eisenstein und Walter Benjamin gelesen bzw. diskutiert und analysiert.

Zeit: Mo 14 - 17
Raum: 415
Beginn: 22.10.2007
Anmeldung: 11. Juli 14 Uhr, Zi 316.
Leistungsnachweis: Hausarbeit; Klausur; mündliche Prüfung
Credits: entsprechend Prüfungsordnung
Sprechstunde: Mittwoch 14-15

Literatur:

Fritz Lang, Der müde Tod, Metropolis; F. W. Murnau, Nosferatu; G. W. Pabst; Die Büchse der Pandora; S. Eisenstein, Panzerkreuzer Potemkin; S. Kracauer, Theorie des Films (Auszüge); W. Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit; B. Bálazs, Der sichtbare Mensch. (Die theoretiscehn Texte werden im elektronischen Semesterapparat zur Verfügung gestellt.)

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Literatur um 1900 / Expressionismus / Neue Sachlichkeit
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Literatur und andere Künste / Medien
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Ideen- und Kulturgeschichte
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar zu Medienästhetik und Mediengeschichte
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Hauptseminare
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Oberseminare
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte
Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
B.A. Germanistik (HF/NF) / Aufbaumodul / Vertiefungsseminar Neuere Deutsche Literatur
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul Nebenfach / Vertiefungsseminar Neuere Deutsche Literatur
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar Fragen der Intermedialität mit Hausarbeit
B.A. Internationale Literaturen (HF/NF) / Literatur intermedial und interkulturell / Hauptseminar Fragen der Intermedialität mit Klausur
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik II


Haupt-/Oberseminar

Kulturtheorien der Nachkriegszeit

Das Seminar möchte einen Einblick geben in die Theorien, die im Kontext der so genannten kulturellen Wende in den Humanwissenschaften von besonderer Bedeutung sind. Dabei soll der Schwerpunkt liegen auf Theorien, die in der Nachkriegszeit entwickelt wurden bzw. in dieser Zeit ihre besondere Wirkung entfaltet haben. Es sind Konzepte, die eine Methodologie zur Erfassung und Erforschung kultureller Phänomene vorlegen und dabei nicht selten zugleich eine Definition dessen liefern, was als kultuerlles Phänomen verstanden werden soll bzw. kann. Dabei soll allerdings auch deutlich werden, dass die modernen Theorien allesamt auf Konzepten basieren, die weit in die Geschichte der Philosophie, Soziologie und Literaturwissenschaft hinein reichen.

Literatur:

Roland Barthes, Mythologies/Mythen des Alltags; Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge; Marshall McLuhan; Jan Assmann, Das kulturelle Gedächtnis; Homi Bhabha, Location of Culture/Die Verortung der Kultur; Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede; Clifford Geertz, Dichte Beschreibung; Rene Girard, Das Heilige und die Gewalt. (Die Texte werden im elektronischen Semesterapparat zu Verfügung gestellt)

Zeit: Di 14 - 16
Raum: 315
Beginn: 23.10.2007
Anmeldung: Mittwoch 11. Juli 14.30 Zi 316
Leistungsnachweis: Hausarbeit, Klausur
Credits: entsprechend Prüfungsordnung
Sprechstunde: Mittwoch 14-15

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Poetik und Ästhetik
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Literatur und andere Künste / Medien
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Ideen- und Kulturgeschichte
B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Literatur- und Kulturtheorie / Methodologie
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar zu Medienästhetik und Mediengeschichte
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Oberseminare
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Schwerpunkt III: Medienästhetik und Mediengeschichte / Hauptseminare
M.A. Literatur- und Kulturtheorie / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte
Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft


SoSe 2007:

Aktuell: Skript zur Einführungsvorlesung
(Einführung in den Epochenbegriff)

Vorlesungsskript zusätzliches Material: M. Steinwachs


Vorlesung

Literatur des Realismus - Europäischer Realismus

„Was unsere Zeit nach allen Seiten hin charakterisiert, das ist ihr Realismus… Die Welt ist des Speculierens müde und verlangt nach jener „frischen grünen Weide“, die so nah lag und doch so weit:“ Theodor Fontane versteht „Realismus“ nicht als eine Epochenbezeichnung in der Kunst- und Literaturgeschichte, sondern vielmehr als eine Form der „Weltanschauung“ oder einen „Diskurs“, der auch Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medizin und die Kriegskunst umfasst. Tatsächlich vertrete die großen realistischen Dichter des 19. Jahrhunderts ein Programm, das sich nicht nur gegen bestimmte Formen des Idealismus und der Romantik wendet. Die Hinwendung zur „Realität“ propagiert kein simples Widerspiegelungsparadigma, sondern ist vielmehr selbst die Frage danach, was denn Wirklichkeit sein könnte und wie sie sich darstellen ließe. Die ästhetischen und insbesondere die poetologischen Probleme, die dabei auftreten und diskutiert werden, sind wegweisend nicht nur für die Entwicklungen im gesamten 19. Jahrhundert, sondern auch für die Entstehung der Moderne. Realistische Ästhetik wird in dieser Vorlesung nicht nur in der Literatur, sondern auch im Zusammenhang mit den Entwicklungen im Bereich der bildenden Kunst bzw. der Photographie dargestellt werden.

Literatur:

Literatur (Auswahl): Adalbert Stifter, Bunte Steine u. a.; Theodor Fontane, Irrungen Wirrungen u. a.; Wilhelm Raabe, Die Sperlingsgasse u. a.; Theodor Storm, Der Schimmelreiter; Gustave Flaubert, Madame Bovary; Leo Tolstoi, Anna Karenina.
Sekundärliteratur: Realismus und Gründerzeit 2 Manifeste und Dokumente zu deutschen Literatur 1848-1880), hg. von Max Bucher u. a., Stuttgart 1975.

Zeit: Do., 14-16
Raum: 036
Anmeldung: keine
Leistungsnachweis: Mündliche Prüfung
Credits: nach Prüfungsordnung
Sprechstunde: Wegen Auslandsaufenthalt erst wieder am 17.4.2007, 11 Uhr, Zi 316

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
# B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Vorlesung Neuere Deutsche Literatur
# B.A. Germanistik (HF/NF) / Aufbaumodul / Vorlesung Neuere Deutsche Literatur
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Vorlesungen


Haupt-/Oberseminar

Adalbert Stifter

„Stifter ist einer der merkwürdigsten, hintergründigsten, heimlich kühnsten und unheimlich packendsten Erzähler der Weltliteratur“: so urteilte Thomas Mann über das Werk von Stifter, das er zugleich für zu wenig erforscht hält. Während das eine auch heute noch gilt, kann man mittlerweile nicht mehr davon sprechen, dass Stifter schlecht erforscht sei. Im Gegenteil hat der im tiefsten Böhmen geborene Autor in den letzten zehn Jahren geradezu eine Renaissance erfahren. Dabei stand weniger sein berühmter Roman „Nachsommer“ im Zentrum des Interesses als vielmehr die Novellen und Erzählungen. Besonders die Beziehung der Menschen zu ihrer Umgebung, zur Natur, zu einer unwirtlichen, ungefährlichen Natur, ebenso wie zu einer kultivierten Landschaft wurde neu und mit anderen Methoden thematisiert und erforscht. Auch das Verhältnis der Generationen, die Frage nach dem Zusammenspiel von Individuum und Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Ausschluß, Integration und Desintegration im Werk Stifters wurde diskutiert.

Literatur:

Werke: Der Nachsommer; Die Mappe meines Urgroßvaters; Bunte Steine.
Sekundärliteratur: Walter Benjamin, Stifter (GS, Bd.II); Thomas Bernhard, Alte Meister, Frankfurt/Main 1985; Albrecht Koschorke, Der Text one Bedeutung, in: DVjS 61(1987); K.-D. Müller, Utopie und Bildungsroman, in: ZfdPh 90 (1971); Wolfgang Matz, Adalbert Stifter oder Diese fürchterliche Wendung der Dinge. Biographie, München 1995.

Zeit: Di 10 - 13 c.t.
Raum: 032
Beginn: 24.04.2007
Anmeldung: Schriftlich im Sekretariat bei Frau Weiblen, Zi 357
Leistungsnachweis: Essay zur endgültigen Aufnahme; Hausarbeit oder Klausur
Credits: Entsprechende der Prüfungsordnung
Sprechstunde: Die erste Sprechstunde findet wegen Auslandsaufenthalt erst wieder am 17.4.2007

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
# B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Biedermeier / Realismus / Naturalismus
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar Neuere und neueste deutschen Literatur (18.-21. Jh.)
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
# Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft



Haupt-/Oberseminar

Kulturtheorien von Nietzsche bis Luhmann

Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts spricht man von einem cultural turn, der den Gegenstand ›Kultur‹ in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses rückt und zur Ablösung des Paradigmas ›Geist‹ führte. „Kultur ist zu einer Zauberformel unserer Gegenwart geworden,“ heißt es entsprechend im Vorwort eines Readers, der Kulturtheorien von Sigmund Freud bis Marshall McLuhan vorstellt. Dabei wird deutlich, dass auch hier keine einheitliche Formel gefunden wird für das, was man als Kultur bezeichnen könnte. „Was ist Kultur?“: Die Frage bleibt unbeantwortet. Umso wichtiger ist es daher, die verschiedenen Ansätze, diese Frage zu beantworten, zur Kenntnis zu nehmen, systematisch zu sichten und kritisch zu betrachten. Nicht nur die verschiedenen Antworten verdienen Beachtung, sondern insbesondere auch die oft sehr unterschiedlichen Ansätze, die Frage überhaupt zu stellen, sollen genau untersucht werden. Neben soziologischen Ansätzen werden daher auch philosophische und ethnologische texte gelesen werden. Wir nehmen die beiden Reader „Culture Club I“ und „Culture Club II“ als Grundlage einer kritischen Diskussion einschlägiger Primärtexte, die in einem weiteren Reader zu Beginn des Semesters geliefert werden.

Literatur:

Literatur: Culture Club I und II, hg. von Martin Hofmann u. a., Frankfurt Suhrkamp 2004 und 2006. Weitere Literatur wird als Kopie zur Verfügung gestellt.

Zeit: Do 11 - 13 c.t.
Raum: 034
Beginn: 26.04.2007
Anmeldung: schriftlich im Sekretariat bei Frau Weiblen, Zi 357.
Leistungsnachweis: Essay zur endgültigen Aufnahme. Hausarbeit oder Klausur
Credits: Nach Prüfungsordnung
Sprechstunde: Die erste Sprechstunde findet wegen Auslandsaufenthalt erst wieder am 17.4., 11 Uhr, statt.

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
# Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
# B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Literatur- und Kulturtheorie / Methodologie
# B.A. Germanistik (HF/NF) / Spezialisierungsmodul / Ideen- und Kulturgeschichte
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Literatur- und Kulturtheorie / Oberseminar Literatur- und Kulturtheorie
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte
# M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik I
# M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik II


Oberseminar

Literatur und Naturwissenschaften

Eine erste orientierende Sitzung findet im Brecht- Bau am Freitag, den 27.4. um 13 Uhr in Raum 348 statt. Dort werden ein genaues Programm, Referate und Teilnahmebedingungen besprochen.
Die erste Kompaktsitzung findet am Freitag, den 11. 5. statt.
Es gibt Gelegenheit zur Vorstellung von Arbeitsprojekten.

Literatur:

Auswahl: Hartmut Böhme, Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne, Hamburg 2006; Horst Bredekamp u.a., Theater der Natur und Kunst. Wunderkammern des Wissens, Berlin 2000; Lorrain Daston, Things that Talk. Object Lessons from Art and Science New York 2004; Hans-Jörg Rheinberger, Experimentalsysteme und epistemische Dinge. Eine Geschichte der Proteinsynthese im Reagenzglas, Göttingen 2001; Bruno Latour, Die Hoffnung der Pandora. Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft, Frankfurt 2000.

Zeit: kompakt
Raum: Forum Scientiarum, Doblerst. 33
Anmeldung: Im Sekretariat bei Frau Weiblen, Zi. 357.
Leistungsnachweis: Hausrbeit oder ausführliches Referat
Credits: Nach Prüfungsordnung
Sprechstunde: Dienstags 11 Uhr, Zi 316

Diese Veranstaltung ist für folgende BA/MA-Studiengänge/Module des Deutschen Seminars einschlägig:
# Staatsexamen/Magister/Baccalaureus / Hauptstudium / Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Schwerpunkt III: Neuere und neueste deutsche Literatur (18.-21. Jh.) / Spezialisierungsmodul III: Oberseminar Neuere und neueste deutschen Literatur (18.-21. Jh.)
# M.A. Deutsche Literaturgeschichte / Ideen- Kultur- und Wissensgeschichte / Oberseminar Kultur-, Ideen- und Wissensgeschichte

# M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik I
# M.A. Internationale Literaturen / Ästhetische Theorien und Poetik der Moderne / Oberseminar: Ästhetik und Poetik II


WS 2006/2007

Forschungsfreisemester, daher keine Lehrveranstaltungen in Tübingen.


SoSe 2006:

Vorlesung:

(zusammen mit Dr. Christine Renz/Dr. Dietmar Till)

Die Einführungsveranstaltungen der Neueren Abteilung werden nach folgen dem Modell durchgeführt: In Verbindung mit den Einführungsseminaren I findet eine zweistündige Vorlesung statt. Aufgabe dieser Vorlesung ist die Vermittlung von Grundwissen über Probleme und Methoden der Textanalyse im Hinblick auf die drei Hauptgattungen (Lyrik, Epik, Dramatik). Die Studierenden erhalten Hinweise auf Standardwerke der Forschungsliteratur, die in Auszügen als Textsammlung zur Verfügung gestellt werden. Die Vorlesung ergänzt die Einführungsseminare, die gleiche Fragestellungen vertiefend jeweils an einer der Hauptgattungen behandeln und Methoden der Textanalyse an einzelnen Werken vorstellen, einüben und kritisch reflektieren. Der Besuch der Vorlesung wird dringend empfohlen. Ihr Stoff wird in einem Leistungsnachweis der Einführungsseminare überprüft (siehe die Vorbemerkungen zu Literatur I).

Zeit: Mi 14-16
Raum: wird zu Semesterbeginn bekanntgegeben
Beginn: 3.5.2006
Anmeldung: -
Credits: 4
Sprechstunde: im Semester dienstags 11-13 Uhr R. 316.


Proseminar I:

Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Die Einführung bietet einen Einblick in die wichtigsten Arbeits- und Präsentationsthechniken des Faches. An Beispieltexten (Kurzprosa des 20. Jahrhunderts; Arthus Schnitzler, Robert Walser, Robert Musil, Hugo von Hofmannsthal u.a.) werden methodische und theretische Grundlagen der Literaturwissenschaften eingeübt.

Zeit: Di 14 - 16
Raum: 415
Beginn: 2.5.2006
Anmeldung: zentral
Leistungsnachweis: Protokoll, Referat, Hausarbeit, Klausur
Credits: 11
Sprechstunde: im Semester dienstags 11-13 Uhr R. 316.


Hauptseminar

Alltag: Dinge, Texte, Räume

(zusammen mit Prof. Dr. Schamma Schahada)

Eine Theorie des Alltags zu verfassen, bedeutet, gelebte Erfahrung zu einem kritischen Begriff zu machen – nicht nur, um diese gelebte Erfahrung zu beschreiben, sondern um sie zu verändern, schreiben Alice Kaplan und \"Kristin Ross\" in der Einleitung zu einem Band über Everyday Life in den Yale French Studies. Alltag ist ein reales Phänomen, und in der theoretischen Diskussion befindet er sich damit in einer Spannung zwischen phänomenologischer Beschreibung und (post)strukturalistischer Theorie.
Im Kontext kulturwissenschaftlicher Debatten ist das Thema Alltag zu einem Schlüsselkonzept avanciert. In dem Seminar werden wir uns mit theoretischen Konzepten, praktischen Lebensexperimenten sowie mit literarischen und filmischen Gestaltungen u.a. der Philosophen und Literaten der deutschen Moderne (Kracauer, Benjamin), der formalistischen Theorie, der (post)revolutionären russischen Avantgarde (Lunac(arskij, Majakovskij, Room), der Kommunen der 68er Jahre und der postmodernen russischen Kunst- und Literaturszene (Kabakov, Groys) auseinandersetzen.
Zielpublikum: Studierende der Germanistik, Slavistik, Komparatistik im Hauptstudium.

Literatur:
Einführende Lektüre: Aleksandr Flaker, Alltag (byt), in: Glossarium der russischen Avantgarde. Hrsg. von A.F. Graz, Wien 1989, 104-117; Ben Highmore (Hg.), Everyday Life Reader. London 2002.

Zeit: Do 11 - 13
Raum: 029
Beginn: 27.4.2006
Anmeldung: keine
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit
Credits: 11
Sprechstunde: im Semester dienstags 11-13 Uhr R. 316.


Oberseminar:

Das Verhältnis von Literatur- bzw. Kulturgeschichte und Wissenschaftsgeschichte ist derzeit eines der prominentesten Forschungsfelder. Nicht nur die Mediengeschichte, sondern auch Anthropologie und Erkenntnistheorie sind ohne die naturwissenschaftlichen Diskussionen nicht mehr zu verstehen. Daher gilt es, insbesondere die Geschichte der modernen Literatur in wissenschaftsgeschichtlichen Kontexten zu diskutieren und zu lesen.
Neben der Vorstellung von Dissertationsprojekten und Magisterarbeiten soll eine Anzahl weiterer Texte diskutiert werden. Ein Reader wird bei der verbindlichen Anmeldung ausgegeben.

Literatur:

Zur allgemeinen Einführung:
Bruno Latour, Wir sind nie modern gewesen, Frankfurt 2002; Ders., Die Hoffnung der Pandora, Frankfurt 2002; Peter Geimer (Hg.), Ordnungen der Sichtbarkeit, Frankfurt 2002; Paul Rabinow, Was ist Anthropologie, Frankfurt 2004; Karin Knorr Cetina, Wissenskulturen. Ein Vergleich naturwissenschaftlicher Wissensformen, Frankfurt 2002.

Zeit: kompakt: am 19.5./23.6./7.7
Raum: wird bekanntgegeben
Anmeldung: in der Sprechstunde
Leistungsnachweis: nach Absprache
Credits: 8
Sprechstunde: im Semester dienstags 11-13 Uhr R. 316.


WS 2005/2006

Hauptseminar:

Walter Benjamin

Walter Benjamin ist zweifellos einer der umstrittensten Denker des 20. Jahrhunderts. Die Renaissance seines Denkens seit den 80er Jahren hat eine Reihe sehr kontroverser Diskussionen ausgelöst. Die Literatur zu Benjamin ist kaum überschaubar. Trotz aller Differenzen in der Forschung kann es aber als unbestritten gelten, dass Benjamin nicht nur ein bedeutender Literaturwissenschaftler und ein einflussreicher Kritiker war, sondern auch als Medientheoretiker mit seinen Schriften zu Kino und Photographie mittlerweile zu einem kanonischen Autor geworden ist.
Das Seminar bietet einen Überblick über die wichtigsten kulturhistorischen und kulturkritische Texte von Benjamin. Dabei werden auch seine literaturwissenschaftlichen, seine medienhistorischen und seine philosophischen Texte berücksichtigt werden.

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurde das Seminar in zwei unabhängige Seminare (2 Gruppen) geteilt.

Literatur:

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit; Kindheit um 1900; Über den Begriff der Geschichte; Goethes Wahlverwandtschaften; Denkbilder; Ich packe meine Bibliothek aus u.a. (nach Möglichkeit in der Edition der Gesammelten Schriften).

Zeit: 1. Gruppe: Mi 14 - 17 / 2. Gruppe Mo 14-17
Raum: 1. Gruppe Mi: 415/ 2. Gruppe Mo: HS Ü111 im Geb. d. Unikasse
Beginn: 26.10.2005
Anmeldung: 13. Juli 2005, R. 316, 12.30 Uhr
Leistungsnachweis: Essay zu einem der genannten Texte und eine Hausarbeit
Credits: 11
Sprechstunde: im Semester mittwochs 13-14 Uhr R. 316.


Proseminar/Hauptseminar:

Robert Musil - Kurze Prosa und Essays

„Nicht von Göthe, Hebbel, Hölderlin werden wir lernen, sondern von Mach, Lorentz, Einstein, Minkowski, von Couturat, Russel, Peano… Und im Programm dieser Kunst das Programm eines einzelnen Kunstwerks kann dies sein: Mathematischen Wagemut, Seelen in Elemente auflösen, unbeschränkte Permutationen dieser Elemente, alles hängt dort mit allem zusammen und läßt sich daraus aufbauen.“ So lautet 1912 das ästhetische Bekenntnis von Robert Musil. Es handelt sich um einen dezidierten Abschied vom Kanon der deutschen Literaturgeschichte und um eine Hinwendung zu Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie. Diese Kontexte gilt es sorgfältig zu erschließen.
Eine aufmerksame Lektüre der Prosatexte Musils (ohne Der Mann ohne Eigenschaften) und eine umfassende Erarbeitung des historischen, ästhetischen und wissenschaftsgeschichtlichen Kontexts sollen das außergewöhnliche Werk erschließen und seine Bedeutung für die Ästhetik der klassischen Moderne deutlich machen.

Literatur:

Drei Frauen; Vereinungen; Nachlaß zu Lebzeiten; Die Verwirrungen des Zöglings Törleß; Essays.

Zeit: Di 14 - 17
Raum: 415
Beginn: 25.10.2005
Anmeldung: 13. Juli 2005, 12.00 Uhr, R. 316
Leistungsnachweis: Essay zu einem der genannten Texte und eine Hausarbeit
Credits: 11
Sprechstunde: im Semester mittwochs 13-14 Uhr R. 316.

 


SoSe 2005:

Vorlesung

Einführung in die Literaturtheorie der Moderne

Die Vorlesung bietet eine Einführung und einen Überblick über die gängigen und meist diskutierten Literaturtheorien der Gegenwart. Sie werden im Kontext der historischen, politischen, philosophie- und literaturgeschichtlichen Entwicklung vorgestellt und diskutiert werden.
Dabei werden die philosophischen Grundlagen der jeweiligen Ansätze, ihre wichtigsten Vertreter, die spezifische Fokussierung der Theoreme, Rezeption und Kritik berücksichtigt.
Beginnend mit hermeneutischen und rezeptionstheoretischen Ansätzen werden anschließend Psychoanalyse, Neomarxismus, Strukturalismus, Semiotik, Diskurstheorien, Gendertheorien und Medientheorien vorgestellt. Eine kontinuierliche Lektüre einschlägiger Texte ist Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dieser Vorlesung.

(Textgrundlage ist: Dorothee Kimmich/Rolf Günter Renner/Bernd Stiegler, Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart, Reclam 2002; eine weiterführende Bibliographie und ergänzende Texte werden in der ersten Sitzung ausgegeben)

Zeit: Di 15-17
Raum: 036
Beginn: 12.4.2005
Anmeldung: -
Leistungsnachweis: für BA: mündl. Prüfung
Credits: 4
Sprechstunde: im Semester mittwochs 13-14 Uhr R. 316


Proseminar III/Hauptseminar:

Einführung in die Literaturtheorie der Moderne

Dieses Seminar möchte eine intensive Beschäftigung mit den wichtigsten Texten der Literaturtheorie ermöglichen. Dabei sollen auch die historischen und systematischen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Theoriemodellen berücksichtigt werden. Beginnend mit der philosophischen Hermeneutik (Hans Georg Gadamer), werden Fortentwicklungen etwa im Rahmen der Rezeptionstheorie (Hans Robert Jauß), aber auch im Neomarxismus (Jürgen Habermas) diskutiert werden.
Einen anderen Komplex stellen strukturalistische, semiotische und poststrukturalistische Theoreme dar (Jakobson, Barthes, Derrida).
Historisch orientierte Diskurstheorien (Foucault, Gendertheorien, cultural studies etc.) bilden den Abschluß und zugleich den Anschluß an aktuelle Debatten über Definition und Selbstverständnis der Philologien im Rahmen der kulturwissenschaftlichen Trends der vergangenen Jahre.
Das Seminar ergänzt die Vorlesung. Beides kann aber auch unabhängig voneinander besucht werden.

Textgrundlage: Dorothee Kimmich/Rolf Günther Renner/Bernd Stiegler, Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart, Stuttgart (Reclam) 2002.

Über die endgültige Aufnahme in das Seminar entscheidet ein Essay. Vorschläge zu Themen und Autoren werden während der Anmeldung vergeben oder können im Internet nachgelesen werden. Eine Bibliographie wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

Zeit: Di 9:00 - 12:00
Raum: 033
Beginn: 12.4.2005
Anmeldung: Mi., 9.2., 12.00 Uhr - Zi. 316
Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit/Klausur
Credits: 11
Sprechstunde: im Semester mittwochs 13-14 Uhr R. 316


Hauptseminar:

Jacques Derrida

Mit Jacques Derrida ist im vergangenen Jahr einer der bekanntesten und umstrittensten Philosophen des 20. Jahrhunderts gestorben. Er war einer der wenigen, die man als tatsächlich „schulbildend“ bezeichnen kann. Dabei ist sein Einfluß im Bereich der klassischen Philosophie vergleichsweise gering geblieben, um so größer aber die Bedeutung, die er im Rahmen von Literatur- und Kunsttheorien, ja sogar in der öffentlichen, allgemeinen politischen und kulturellen Diskussion erlangt hat. Die „Dekonstruktion“, so seine wohl bekannteste Wortprägung, steht im Kontext der sprachphilosophischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts, hat vernunftkritische Aspekte und knüpft insbesondere an Theoreme von Hegel, Marx, Nietzsche und Heidegger an.
Neben der Lektüre zentraler Texte sollen auch die Rezeption in Deutschland, insbesondere aber die Bedeutung für die Literaturwissenschaften herausgearbeitet und diskutiert werden.

Theorie der Schrift:
- "Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaften vom Menschen", in: Die Schrift und die Differenz, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 1976, S. 422-442.
- Grammatologie, Frankfurt/ Main (Suhrkamp) 1974, S. 7-48 und 130-170

Theorie der Metapher, der Signatur, der Performanz:
- "La métaphore blanche", in: La dissémination
- "Signature, événement, contexte", in: Randgänge der Philosophie, Wien (Passagen) 1988


Theorie der Literatur:
- Psyché. Inventions de l'autre [der erste Aufsatz in dem gleichnamigen Buch Paris 1987, in dt. Übersetzung aufgeteilt auf mehrere Bände] oder einen Teil aus: "Signéponge" (gibt es zumindest auch englisch)
- Aus: "Psyché. Inventions de l'autre" auch evtl. den Aufsatz zu Flaubert
- Derrida / Gadamer, Der ununterbrochene Dialog, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 2004

Die endgültige Aufnahme in das Seminar erfolgt durch einen Kurzessay (1 bis 2 Seiten) zu einem der unten angegebenen Texte bis zu Semesterbeginn. Eine Bibliographie wird in der ersten Sitzung ausgegeben.

Zeit: Do 11:00 - 14:00
Raum: 034
Beginn: 14.4.2005
Anmeldung: Mi., 9.2. , 12.30 Uhr, R. 316
Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit oder Klausur
Credits: 11
Sprechstunde: im Semester mittwochs 13-14 Uhr R. 316


Oberseminar:

Kulturwissenschaftliches Kolloquium für Studierende aller Fakultäten

Unter dem Begriff „Kulturwissenschaften“ vollzieht sich in den letzten Jahren ein Integrationsprozess aller das Thema „Kultur“ betreffenden Wissenschaften auf der Ebene der Theorie und Methodik. Zentral für die Theoriebildung in diesem Bereich ist immer wieder auch die Berührung zwischen ethnologischer und literaturwissenschaftlicher Theoriebildung gewesen – hier wird das Seminar mit einigen zentralen zu Strukturalismus, Poststrukturalismus und neuem Materialismus ansetzen. Gegenstand der kulturwissenschaftlichen Debatte ist damit auch die Relevanz der „kleinen Fächer“, ihre gesellschaftliche Situation und ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Ganzen. Kulturkritik begleitete die Entstehung der Kulturwissenschaften, doch es geht auch um „harte Fakten“ über den Evolutionsprozess von Kultur und um einen neuen Dialog der Geistes- und Sozialwissenschaften mit den Naturwissenschaften.

Das Seminar besteht aus der Diskussion von Texten zur gegenwärtigen kulturwissenschaftlichen Theoriebildung und aus Vortrags- und Diskussionssituationen, in denen prominente Vertreter und Vertreterinnen des kulturwissenschaftlichen Paradigmas auftreten werden.

Das Seminar ist auch eine Veranstaltung des „Zentrums für Allgemeine Kulturwissenschaften“ der gleichnamigen Fakultät und der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Wörter und Sachen“.

Eingeladen sind dazu u.a. Prof. Dr. B. Gladigow, Prof. Dr. K. Antoni, Prof. Dr. R. Johler, Prof. Dr. G. Braungart, Prof. Dr. U. Maag (IZKT, Stuttgart) Prof. Dr. G. Wunberg (bisher IFK, Wien), PD Dr. Schüttpelz (Univ. Konstanz).

Zeit: Do 20-22 Uhr
Raum: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 21.4.2005
Anmeldung: persönlich in der Sprechstunde
Leistungsnachweis: -
Credits: 10
Sprechstunde: im Semester mittwochs 13-14 Uhr R. 316


WS 2004/2005

Hauptseminar:

Gottfried Keller

"Seldwyla bedeutet nach der älteren Sprache einen wonnigen und sonnigen Ort, und so ist auch in der Tat die kleine Stadt dieses Namens gelegen irgendwo in der Schweiz.“ So beginnt Gottfried Kellers Novellensammlung „Die Leute von Seldwyla“. „Wonnig“ und „Sonnig“ sind auf den ersten Blick viele der Gegenden, in denen sich die Personen seiner Romane und Novellen bewegen. Erst bei näherem Hinsehen öffnet sich der Blick auf die historischen Dimensionen von Kellers Texten. Die Landschaft, Geschichte und Kultur der Schweiz, die europäische Literaturgeschichte vom Mittelalter bis zur Romantik, aber auch Entwicklung und Geschichte der Naturwissenschaften bis hin zur modernsten Physiologie, Geschichte und Praxis der bildenden Kunst, insbesondere der Malerei bilden den außerordentlich komplexen Kontext von Kellers realistischer Prosa.

 

Zeit: Di 14-17
Raum: 032
Beginn: 19.10.2004
Anmeldung: Vorbesprechung und Anmeldung Di, 20.7., 12 c.t., R. 316.
Leistungsnachweis: Referat oder Essay und Klausur oder Hausarbeit
Credits: 11
Sprechstunde: mittwochs 13-14, R. 316

Literatur:

Der grüne Heinrich; Die Leute von Seldwyla; Zürcher Novellen; Das Sinngedicht; Sieben Legenden.
Zur Einführung: Gerhard Kaiser, Gottfried Keller. Das gedichtete Leben, Frankfurt 1981.


Oberseminar:

Termine werden festgelegt.


SoSe 2004:

Hauptseminare:

Diskursanalyse und New Historicism

Im Jahr 2001 hat die erste große Tagung in Deutschland zum Gesamtwerk von Michel Foucault stattgefunden und damit hat auch die Rückschau auf die Rezeption des Werkes begonnen. Die Übersetzung und Edition von Foucaults Interviews und Vorlesungen zeigt, daß seine Werke mittlerweile ein breites Publikum gewonnen haben. Allerdings ist Foucault immer noch ein umstrittener Autor. Seine Thesen sind auch 40 Jahre nach der Publikation noch in der Lage zu provozieren.
Foucaults Machtbegriff, sein Verwendung und Prägung des Begriffs „Diskurs“, sein Autorkonzept, seine verschiedenen Formen von Subjektkritik und Subjektkonstitution, seine Historismuskritik und sein Geschichtsmodell werden im Seminar erarbeitet und diskutiert werden. Die Lektüre für dieses Seminar wird umfangreich und nicht ganz einfach sein.

 

Zeit : Di 14-17
Raum: 315
Beginn: 20.4.2004
Anmeldung: 11.2. 13.30, R. 316
Leistungsnachweis: Referat/Essay und Hausarbeit oder Klausur
Credits: 11
Sprechstunde: Mi 13-14
Literatur: Überwachen und Strafen, Wahnsinn und Gesellschaft, die Archäologie des Wissens; Sexualität und Wahrheit Bd. 1-3; Auszüge aus Schriften, Bd. 1 und 2;
Didier Eribon, Michel Foucault. Eine Biographie, Frankfurt 1991.


Robert Walser

„Ich schreibe das Prosastück, das mir hier entstehen zu wollen scheint, in stiller Mitternacht, und ich schreibe es für die Katz, will sagen, für den Tagesgebrauch.“ Schreiben für die Katz: So könnte die Poetologie von Robert Walser lauten. Was die „Katz“ sein könnte, gilt es allerdings erst herauszufinden.
Robert Walser wurde erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder entdeckt. Seine Biographie, aber auch die Publikationsgeschichte seiner Werke haben zu dieser späten Rezeption beigetragen. Mittlerweile ist Walsers Werk sorgfältig ediert und umfassend kommentiert. Walser wurde mit Kafka verglichen, Walter Benjamin, Thomas Mann, Alfred Polgar und viele andere waren Bewunderer seiner eigenwilligen Prosa. Walsers Texte sind oft komisch und unheimlich zugleich, sie verschränken Vertrautes und Fremdes auf provozierende Weise.
Die Texte Robert Walsers stellen für die literaturwissenschaftliche Betrachtung immer noch eine Herausforderung dar.

 

Zeit : Mi 14-17
Raum: 033
Beginn: 21.4.2004
Anmeldung: Mittwoch, den 11.2., 13 Uhr, R. 316
Leistungsnachweis: Referat/Essay und Klausur oder Hausarbeit
Credits: 11
Sprechstunde: Mi 13-14

 



Oberseminar

Zeit : Mo 15-18
Raum: 032
Beginn: 26.4.2004
Anmeldung: Besprechung am 12.2. 13 Uhr
Leistungsnachweis: -
Credits: 10
Sprechstunde: Mi 13-14


WS 2003/2004:

Einführung in die Lyrik - hier können die zusätzlichen Unterlagen runtergeladen werden

Vorlesung:

LITERATUR DER JAHRHUNDERTWENDE

Mo 14-16 Raum: 037 Beginn 20.10.2003

Eine Einführung in die Literatur der Jahrhundertwende hat verschiedene Probleme zu lösen. Bereits der Epochenbegriff ist ungeklärt und weist auf die spezifische "Gemengelage" hin. Es handelt sich um eine Vielzahl von Begriffen, die bereits von den Zeitgenossen in sehr unterschiedlicher Weise verwendet wurden (Impressionismus und Jugendstil bzw. Art Nouveau, Modern Style, Sezessionsstil, Neuromantik und Neuklassik, aber auch Begriffe wie Décadence, "Symbolismus" und Fin de siècle). Die Jahrhundertwende kann nur angemessen dargestellt werden, wenn die verschiedenen Strömungen alle als Formen der Moderne verstanden werden. Die Darstellung und Klärung der Begriffe hat also zugleich eine Einführung in die komplexen und zum Teil widersprüchlichen Strukturen der europäischen Moderne zu sein. Daher sollen Großstadt, Technik, neue Medien etc. nicht nur als Motive in der Literatur verhandelt werden. Vielmehr handelt es sich um eine Reflexion auf die strukturellen Gegebenheiten moderner Kultur durch diese Kultur bzw. durch die Literatur selbst. Das Verhältnis vom Ich zu seiner Umwelt, d. h. das Verhältnis zum Anderen, zur Masse, aber auch zu den - das Ich umgebenden - Dingen und zur Natur hat sich grundlegend gewandelt. Das wirkt sich aus als Kritik der Geschichte, Kritik der Sprache - auch im strukturalistischen Sinne -, als Kritik des selbstverantwortlichen Subjekts - auch in Form der Psychoanalyse - und als Hinwendung zur Dingwelt bis hin zur "Verdinglichung" des Menschen bzw. der Vermenschlichung von Dingen.
Literatur: York-Gothart Mix (Hg.): Naturalismus, Fin de siècle, Expressionismus (1890-1918). München 2000 (= Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Band 7); Gotthart Wunberg/Johannes Braakenburg (Hg.): Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910. Stuttgart 1991; Jürgen Schutte/Peter Sprengel (Hg.): Die Berliner Moderne 1885-1914. Stuttgart 1987; Dagmar Lorenz: Wiener Moderne. Stuttgart 1995 (= Sammlung Metzler, Band 290); Walter Fähnders, Avantgarde und Moderne 1890-1933, Stuttgart (Metzler) 1998; Franz Norbert Mennemeier, Literatur der Jahrhundertwende, Berlin 2. Aufl. 1998.

Leistungsnachweis: (für den BA-Studiengang) mündliche Prüfung
Credits: 4
Sprechstunde: im Semester mittwochs, 15-16 Uhr, R. 316


Hauptseminare:

TRÄUME 1800/1900

Di 13-16 Raum: 315 Beginn: 14.10.2003

"Wenn wir wachen, haben wir eine gemeinschaftliche Welt; schlafen wir aber, so hat jeder seine eigene": Kant begreift den Traum als eine Art Machtvakuum im Kopf und kann diesem "Schlaf der Vernunft" keinen anthropologischen Wert abgewinnen. In der Dichtung ist allerdings die Vorstellung von einer Logik der Traumsprache seit der Antike vertraut: Göttliche Offenbarung und dämonische Versuchungen, Angst, Schrecken, Verheißung, Sehnsucht und Begehren artikulieren sich in den Bildern der Träume.
Die Literatur der Träume und die Träume in der Literatur sind im medizinischen, anthropologischen, psychologischen Kontext der Epoche zu verorten. Sie geben Aufschluss über die ästhetische Inszenierung eines bestimmten Wissens vom Menschen. Literaturtheorien und Traumtheorien kommentieren sich gegenseitig.
Ein Vergleich der Jahrhundertwenden um 1800 und um 1900 soll Kontinuitäten und Differenzen herausarbeiten. Dazu lesen wir einmal Texte von Herder, Kant, Goethe, Schiller, Jean Paul, Novalis, Tieck, Brentano und Kleist und dann von Hofmannsthal, Schnitzler, Kafka, Freud u. a.
Eine Literatur- und Themenliste wird in der Anmeldung ausgegeben. Die Anmeldung ist verbindlich.

Leistungsnachweis: Kurzreferat oder Protokoll und Hausarbeit oder Klausur
Anmeldung: Mo 21.7. 14 Uhr R. 316
Credits: 11
Sprechstunde: Mi 15-16, Zi 316


STRUKTURALISMUS, PHÄNOMENOLOGIE, POSTSTRUKTURALISMUS

Di 9-12 Raum: 034 Beginn: 14.10.2003

Die Gründe für den beispiellosen Erfolg des Phänomens "Strukturalismus" in der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts sind nicht ohne weiteres anzugeben. Sicherlich hat dazu beigetragen, dass der Strukturalismus so etwas wie eine "Gegenkultur" gegen den als veraltet empfundenen Wissenschaftsbetrieb traditioneller Art war. Als eine Art "Protestkultur" etabliert sich der Strukturalismus in den 50er und 60 Jahren. Mit Beginn der 80er Jahre und dem Tode vieler bedeutender Strukturalisten scheint die Geschichte des Strukturalismus bereits an ihr Ende gekommen zu sein. Es handelt sich um ein Verfahren der Kritik, das heute in seiner Radikalität und Schärfe nicht selten befremdlich wirkt. Gleichwohl ist die genaue Kenntnis der einschlägigen Texte Voraussetzung sowohl für eine fundierte Kritik als auch für die Aneignung dessen, was heute noch gültig sein kann.
Üblicherweise wird innerhalb der strukturalistischen Bewegung zwischen dem russischen Formalismus (Lotmann, Šklovskij), den Prager Strukturalisten (Jakobson, Mukarovsky) und dem französischen Strukturalismus/Poststrukturalismus unterschieden (Lévy-Strauss, Greimas, Lacan, Barthes, Genette, Todorov, Serres, Althusser, Foucault, Derrida u.a.).
Wir werden einige der wichtigsten Texte zusammen lesen. Eine genaue Themenliste wird in der Voranmeldung vergeben. Anmeldung und entsprechende Vorbereitung sind verbindlich.
Literatur: Francois Dosse, Geschichte des Strukturalismus, 2 Bde., Hamburg 1996; Stefan Speck, Von Šklovskij zu de Man. Zur Aktualität formalistischer Literaturtheorie, München 1997; Jörn Albrecht, Europäischer Strukturalismus, Darmstadt 1988.

Leistungsnachweis: Kurzreferat oder Protokoll und Hausarbeit oder Klausur
Anmeldung: Mo. 21.7.2003, 13 Uhr, Zi 316
Credits: 11
Sprechstunde: Mi 15-16, Zi 316



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